Überblick
Genf hat eines der striktesten Prostitutionsgesetze der Schweiz (LProst 2009, revidiert 2017). Pflichtregistrierung, hohe Bussen bei Verstössen, gleichzeitig international ausgerichtete Branche mit hoher Anzahl ausländischer Sexarbeitender. Aspasie – die älteste Schweizer Beratungsstelle (seit 1982) – sitzt in Genf.
Rechtslage
Sexarbeitende müssen sich vor Beginn der Tätigkeit persönlich bei der Brigade des moeurs (Sittenpolizei) registrieren – mit Identitätsausweis, Aufenthaltsbewilligung, Foto und Tätigkeitsort. Verstösse gegen die Registrierungspflicht: Bussen bis CHF 60'000. Salon-Betreiber benötigen eine Bewilligung des Conseil d'Etat.
Sperrgebiete & Standortregeln
Strassenprostitution ist auf den Bereich Pâquis (Rue de Berne und angrenzend) sowie das Industriequartier Acacias begrenzt. In Wohnvierteln, Schulnähe und Sakralbauten untersagt. Salon-Sexarbeit unterliegt keinen geografischen Sperrgebieten innerhalb der erlaubten Geschäftszonen.
Anmeldung & Bewilligungen
Brigade des moeurs (rue de la Synagogue 18) für die Pflichtregistrierung. AHV-Ausgleichskasse Genf. EU/EFTA: Office cantonal de la population (OCPM). Pflichtberatung bei Aspasie wird empfohlen, ist aber nicht gesetzlich vorgeschrieben.
Wichtige Anlaufstellen
Aspasie (rue Pictet de Bock 7, 022 732 68 28, aspasie.ch) – Beratung FR/EN/ES/PT/RO. Boulevards (Aspasie-Tochter, anonym). Checkpoint Genève (rue du Grand-Pré 9, 022 906 40 30). HUG (Spital) für Notfall-PEP.
ProCoRe – Prostitution Collective Reflexion
CH
Schweizer Dachverband der Beratungsstellen und Selbstorganisationen im Bereich Sexarbeit. Politische Interessenvertretung, Forschung, Publikationen und das «Legalwork»-Tool für kantonale Rechtsfragen.
✓ Verifiziert: 24. April 2026
Beratung, Streetwork, Gesundheitssprechstunden und psychosoziale Begleitung für Sexarbeitende in Genf. Französischkurse, Materialabgabe und Workshops. Ohne Voranmeldung erreichbar.
✓ Verifiziert: 24. April 2026
Boulevards / Centre Grisélidis Réal
GE
Streetwork-Programm und Bibliothek/Archiv zur Geschichte und Kultur der Sexarbeit. Bus auf den Strassenstrichen, Beratung vor Ort, Kondom- und Materialverteilung.
✓ Verifiziert: 24. April 2026
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Fazit
Genf ist administrativ anspruchsvoll – wer die Pflichtregistrierung umgeht, riskiert hohe Bussen und Aufenthaltsentzug. Der Aufwand lohnt sich aber: Die Klientel ist international, die Preise höher als in der Deutschschweiz, das Beratungsnetz exzellent.
Diese Informationen dienen der allgemeinen Orientierung. Kantonale Vorschriften ändern sich regelmässig. Vor verbindlichen Entscheidungen verifiziere bitte direkt bei der zuständigen Behörde oder einer Fachstelle.
Stand: 21. August 2026
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