Sexarbeit im Kanton Waadt (VD)
- Hauptort: Lausanne
- Einwohner: 825'000
- Amtssprache: Französisch
Überblick
Der Kanton Waadt mit Lausanne als Zentrum hat 2004 ein Prostitutionsgesetz (LPros) eingeführt, das von Sexarbeitenden kritisch gesehen wird wegen restriktiver Werbe- und Zonenregeln. Geschätzte 1'500-2'500 Sexarbeitende, gemischt aus Salons, Indoor-Apartments und reduziertem Strassenstrich in Lausanne.
Rechtslage
Sexarbeit ist legal, Salons und Etablissements brauchen eine Bewilligung. Sexarbeitende müssen sich bei der Polizei (Brigade des moeurs Lausanne) anmelden, die Identität und Aufenthalt prüft. Werbung ist stark reglementiert – verboten sind Strassenwerbung, Plakate ausserhalb des Etablissements, Schaufenster mit expliziter Darstellung.
Sperrgebiete & Standortregeln
Strassenprostitution in Lausanne nur im Sévelin-Quartier (Industriegebiet) zugelassen. In allen Wohnvierteln, Bahnhofsumgebung und Innenstadt verboten. Mehrere Gemeinden (Vevey, Montreux) untersagen Strassenstrich vollständig.
Anmeldung & Bewilligungen
Brigade des moeurs Lausanne (Centre Bertelas) für die Pflichtanmeldung. AHV-Caisse cantonale vaudoise de compensation. EU/EFTA: Service de la population (SPOP). Pflichtinformation der Beratungsstelle Fleur de Pavé wird empfohlen.
Wichtige Anlaufstellen
Fleur de Pavé (rue de Genève 52, 021 320 40 13, fleurdepave.ch) – Beratung FR/ES/PT/EN/RU. ASPASIE-Antenne Lausanne. Checkpoint Vaud (Lausanne, Bd de Grancy 18). Profa Sexual-Gesundheit. CHUV-Notfallabteilung für PEP.
Fazit
Waadt ist in der Anwendung der Regeln strenger als viele Deutschschweizer Kantone. Wer hier arbeitet, sollte vorab Fleur de Pavé kontaktieren – sie helfen bei Anmeldung, Versicherung und Steuern und kennen die örtlichen Behördenpraktiken.
Diese Informationen dienen der allgemeinen Orientierung. Kantonale Vorschriften ändern sich regelmässig. Vor verbindlichen Entscheidungen verifiziere bitte direkt bei der zuständigen Behörde oder einer Fachstelle.
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