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Recht & Gesetz

Nordisches Modell

Rechtsmodell, das den Kauf, nicht aber den Verkauf sexueller Dienste kriminalisiert (Schweden 1999).

Auch bekannt als: Schwedisches Modell, Nordic Model, Sex Purchase Act

Das Nordische Modell (auch "Schwedisches Modell") ist ein prostitutionspolitischer Ansatz: Der Kauf sexueller Dienstleistungen ist strafbar, der Verkauf bleibt straffrei. Sexarbeitende sollen als Opfer einer "patriarchalen Gewaltindustrie" entkriminalisiert, Kunden ("Freier") hingegen abgeschreckt werden.

Eingeführt 1999 in Schweden, übernommen von Norwegen (2009), Island (2009), Kanada (2014), Nordirland (2015), Frankreich (2016), Irland (2017) und Israel (2018).

Die Wirkung ist umstritten. Befürworter (Schwedischer Staat, EU-Parlament 2014) verweisen auf gesunkene Strassenprostitution und Stigma-Verschiebung. Kritikerinnen (UNAIDS, Amnesty International seit 2016, WHO, Human Rights Watch, ILO, Schweizer ProCoRe) belegen mit Studien höhere Gewaltrisiken, schlechteren Zugang zu Gesundheit und mehr Abwanderung in die Illegalität. Die Schweiz hat das Modell mehrfach geprüft und bisher abgelehnt.

Siehe auch

  • Sexkaufverbot — Strafrechtliches Verbot des Kaufs sexueller Dienstleistungen — in der Schweiz nicht in Kraft, aber politisch diskutiert.
  • Sexarbeit — Selbstbestimmtes Anbieten sexueller Dienstleistungen gegen Entgelt — in der Schweiz seit 1942 legal.
  • Freier — Umgangssprachliche Bezeichnung für die Kunden von Sexarbeitenden — in der Schweiz nicht strafbar.

Diese Definitionen dienen der allgemeinen Orientierung in der Schweizer Erotikbranche. Bei rechtlichen oder medizinischen Fragen wende dich an eine Fachstelle (siehe Anlaufstellen) oder einen Spezialisten.

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