Zürich/Silicon Valley – Es ist die digitale Auslöschung auf leisen Sohlen: Instagram und TikTok shadowbannen systematisch Accounts von Sexworkerinnen, Pole-Tänzerinnen und Sex-Educators – auch in der Schweiz sind hunderte betroffen! Und das Perfide: Die Plattformen geben es nicht offen zu.
Was ist Shadowbanning? Shadowbanning bedeutet: Dein Account existiert noch, aber niemand sieht ihn mehr. Posts erscheinen nicht in Hashtags, die Reichweite bricht ein, neue Follower bleiben aus. Du postest ins Nichts – ohne dass Instagram oder TikTok dir sagen, warum.
Betroffene berichten:
📉 Reichweite von 10.000 auf 200 Views – über Nacht 🚫 Hashtags wie #woman, #strippers, #sexworkersrightsday versteckt ❌ Content wird als „sensibel" markiert, obwohl er den Richtlinien entspricht 👻 Account-Sichtbarkeit verschwindet aus der Suche "Sie denken, wir sind alle gleich!" Pole-Tänzerinnen, Fitness-Influencerinnen, Burlesque-Künstlerinnen – sie alle landen im gleichen Topf wie Sexworkerinnen, die ihre Dienste bewerben. Die Algorithmen können nicht unterscheiden zwischen Kunst, Sport und Werbung.
«Es ist argued, dass Instagram und TikTok zwischen einer Pole-Tänzerin und einer Sexworkerin, die online wirbt, nicht unterscheiden können», erklärt eine Schweizer Betroffene auf Reddit. «Viele denken, Pole-Dancing ist automatisch Stripping – und schon bist du im Shadowban.»
LGBTQ+ und Sex-Ed-Accounts besonders betroffen Nicht nur Sexworkerinnen trifft es: LGBTQ+-Accounts und Sex-Educators berichten von massiven Shadowbans. Inhalte über sichere Sexualität, Aufklärung, Consent verschwinden aus den Feeds.
Mashable hat mit mehreren Betroffenen gesprochen: «Instagram shadowbannt Sex-positive Inhalte – und wir werden zum Schweigen gebracht», sagt eine Sex-Educatorin. «Es ist digital erasure.»
Schweizer Sexworkerinnen: "Unsere Existenzgrundlage wird zerstört!" Für viele Schweizer Sexarbeiterinnen sind Instagram und TikTok essenzielle Marketing-Kanäle. Wer nicht gefunden wird, verliert Kunden – und damit Einkommen.
«Meine Reichweite ist um 90% eingebrochen», berichtet eine OnlyFans-Creatorn aus Zürich. «Instagram zeigt meine Posts niemandem mehr. Ich poste jeden Tag, aber es bringt nichts.»
Die Strategien der Betroffenen:
🔄 Mehrere Backup-Accounts erstellen 📧 Email-Listen aufbauen, um unabhängig von Social Media zu bleiben 🌐 Eigene Websites statt Plattform-Abhängigkeit 🤐 Code-Words statt direkter Begriffe („Spicy Content" statt „Adult Content") TikTok zensiert noch härter als Instagram Während Instagram wenigstens noch teilweise sichtbar lässt, ist TikTok gnadenlos: Accounts verschwinden komplett aus dem For-You-Feed. Hashtags wie #sexwork, #sw, #swer sind geblockt.
Highsnobiety berichtet: «TikTok macht es Sexworkern noch schwerer als Instagram. Die Plattform hat null Toleranz – selbst harmlose Inhalte werden gelöscht.»
Die Algorithmen sind voreingenommen Forschungsprojekte wie «Posting Into The Void» (Hacking Hustling) zeigen: Content Moderation und Shadowbanning normalisieren die digitale Unterdrückung von Sexarbeiterinnen. Die Algorithmen sind darauf trainiert, alles zu zensieren, was auch nur entfernt mit Sexarbeit zu tun hat.
Das Problem: Falsch-Positive sind an der Tagesordnung. Fitness-Influencerinnen in Sportkleidung, Tänzerinnen in Bühnenoutfits, Künstlerinnen mit Body-Positivity-Content – alle landen im selben Zensur-Filter.
Schweizer Betroffene organisieren sich In der Schweiz formieren sich Selbsthilfegruppen und Online-Communities. Betroffene tauschen Tipps aus:
Nie «Sex» oder «OnlyFans» in die Bio schreiben Link-in-Bio-Tools nutzen, statt direkten OnlyFans-Link Stories statt Feed-Posts für sensiblen Content VPN und IP-Rotation, um Shadowbans zu umgehen Plattformen schweigen – oder leugnen Instagram und TikTok reagieren nicht auf Anfragen. Offizielle Statements gibt es kaum. Wenn doch, heißt es: «Wir halten uns an unsere Community Guidelines.»
Doch die Guidelines sind vage und willkürlich auslegbar. Was heute okay ist, kann morgen zum Shadowban führen.
Fazit: Instagram und TikTok betreiben systematische Zensur gegen Sexworkerinnen – auch in der Schweiz. Die digitale Unsichtbarmachung kostet Betroffene ihre Reichweite, Kunden und Existenzgrundlage. Der Kampf gegen die Algorithmen hat gerade erst begonnen!