Zürich – Es ist ein Kampf, der kein Ende nimmt: Zürcher Anwohner wehren sich mit allen juristischen Mitteln gegen ein Bordell, das direkt neben ihren Wohnungen entstehen soll. Jetzt geht der Rekurs in die nächste Instanz – und die Fronten sind verhärteter denn je!
«Der Wert unserer Häuser wird sinken!» Die Nachbarn fürchten um ihre Ruhe, ihren Ruf – und ihr Geld. «Ein Bordell direkt nebenan? Das wird unseren Immobilienwert in den Keller treiben!», klagen betroffene Anwohner. Sie sorgen sich vor allem um das erhöhte Verkehrsaufkommen, nächtlichen Lärm und die Belästigung durch Freier.
Doch die Behörden? Die sehen bislang keinen Grund zur Verweigerung der Bewilligung. Das Grundstück liegt in einer Zone mit 0 Prozent Wohnanteil – und entspricht damit den städtischen Vorgaben. Dass direkt daneben Familien mit Kindern wohnen? Scheint niemanden zu interessieren.
Bordell-Betreiber gelassen: «Ich habe Zeit und Geld» Der künftige Betreiber des geplanten Etablissements zeigt sich unbeeindruckt von den Protesten. «Sie können auch bis vor das Bundesgericht gehen», sagt er kühl. «Ich habe Zeit und Geld.»
Tatsächlich: Der Mann betreibt bereits ein weiteres Bordell in Zürich – und kennt das Geschäft. Das neue Lokal soll ein «Wellness-Resort der gehobenen Klasse» werden, mit Whirlpool, Sauna und 14 verschiedenen Zimmern auf 750 Quadratmetern. Ein Luxus-Bordell mitten im Wohngebiet.
Anwohner: «Diskretion? Das glaubt doch niemand!» Die Behörden argumentieren, die «diskrete Klientel» werde kaum mit dem Auto anreisen – deshalb sei das Verkehrsaufkommen kein Problem. Die Nachbarn lachen bitter: «Diskretion? Die Freier werden trotzdem durch unser Quartier laufen!»
Besonders brisant: Das Baurekursgericht hat die Beschwerde der Anwohner bereits mehrheitlich abgewiesen – nur bei den Lärmvorschriften gab es leichte Anpassungen. Ab 22 Uhr dürfen die Schallschutzfenster nicht mehr geöffnet werden, die Musikbeschallung muss gedrosselt werden. Ein schwacher Trost für die verzweifelten Nachbarn.
«Wir kämpfen bis zum Schluss!» Doch aufgeben? Keine Spur! Vier benachbarte Liegenschaftsbesitzer ziehen das Verfahren jetzt ans Verwaltungsgericht des Kantons Zürich weiter. «Wir lassen uns das nicht gefallen», sagt ihr Anwalt. «Das Baurekursgericht hat das Verkehrsaufkommen nicht genügend geprüft.»
Die Nachbarn stellen auch die Zweckmässigkeit der Zonenordnung infrage: Wie kann ein Grundstück mit 0 Prozent Wohnanteil direkt neben Wohnhäusern mit hohem Wohnanteil liegen – und trotzdem ein Bordell erlaubt sein? «Das ist absurd!»
Wie viele solcher Konflikte gibt es noch? Der Fall zeigt exemplarisch: Bordell-Bewilligungen sind Zünd stoff. Während die Stadt Zürich versucht, das Rotlicht-Milieu zu regulieren und aus Wohngebieten fernzuhalten, entstehen immer wieder Grenzfälle – zum Ärger der Anwohner.
Fazit: Der Rechtsstreit geht weiter, die Nerven liegen blank. Wer am Ende gewinnt? Das entscheiden die Gerichte. Bis dahin gilt: Im Zürcher Häuser-Krieg gibt niemand klein bei.