Winterthur – Ein ganzes Jahr lang ertrugen die Anwohner der Bachtelstrasse 39 die Hölle auf Erden. Doch jetzt ist Schluss: Am Wochenende wurde der berüchtigte Airbnb-Block in Veltheim geräumt – und mit ihm das illegale Rotlicht-Business, das sich dort eingenistet hatte!

«Das Gestöhne war wirklich unerträglich», berichtet ein Nachbar, der einen Monat Wand an Wand mit dem improvisierten Puff leben musste. «Man hörte jedes Detail. Und das Schlimmste: Familien mit Kindern mussten sich das anhören. Es war eine Schande!»

Von wegen «Business Apartments» – hier lief ein Bordell! Was als harmlose Airbnb-Vermietung begann, entwickelte sich zu einem 24-Stunden-Bordellbetrieb. Insgesamt 24 Wohnungen wurden als «Business Apartments» angepriesen – doch das einzige Business, das hier florierte, war das horizontale Gewerbe.

Die Zustände waren chaotisch: Prostituierte holten ihre Freier unten an der Eingangstür ab, es ging «ständig Kundschaft ein und aus», wie Anwohner berichten. Die Sexpartys dauerten manchmal bis morgens um 5 Uhr. «Ich musste immer wieder die Polizei wegen Lärmbelästigung rufen», sagt der verzweifelte Nachbar.

Rotlicht-Verlagerung: Vom Bordell ins Wohnzimmer Was in Winterthur passierte, ist kein Einzelfall: Das Erotikmilieu verschiebt sich massiv vom klassischen Bordell in private Wohnungen – oft ohne jede Bewilligung! Die Stadtpolizei Winterthur bestätigt den Trend und führt immer häufiger Razzien durch.

Der Vorteil für die Betreiber: Keine Bordell-Bewilligung nötig, keine Kontrollen, kein Papierkram. Einfach eine Wohnung mieten, ein paar Betten reinstellen – und schon kann das Geschäft beginnen. Für die Anwohner: Der blanke Horror.

Hauptmieter: «Das waren nur Frauen, die gerne Spass haben» Der Hauptmieter, der die 24 Apartments untervermietete, streitet alles ab. «Ein Bordell wurde hier nie betrieben», behauptet er trotzig. «Das waren normale Mieter, Familien aus dem Ausland oder Feriengäste. Wenn es junge Frauen als Mieterinnen gab, waren es vielleicht nur solche, die einfach gerne Spass im Leben haben.»

Spass im Leben? Die Nachbarn sehen das anders. Sie sprechen von hellhörigen Wänden, durch die man «sogar den Lichtschalter hört» – und erst recht die lautstarken Sex-Sessions nebenan.

Endlich Ruhe in Veltheim Am Wochenende fiel die Entscheidung: Der Eigentümer liess den Block räumen – angeblich, weil der Hauptmieter die Miete nicht mehr bezahlte. Zahlreiche Kissen, Bettbezüge und Duvets landeten auf der Terrasse.

«Das ganze Quartier ist erleichtert», sagt der Nachbar. «Alle sind froh, dass das nun vorbei ist. Es waren schlicht und einfach chaotische Zustände – mitten in einem guten Quartier.»

Fazit: Winterthur atmet auf. Doch die Frage bleibt: Wie viele solcher illegalen Sex-Wohnungen gibt es noch in Schweizer Städten? Die Polizei ist alarmiert – und die Jagd geht weiter.****